Dienstag, 8. Januar 2013

Gottes Schiff

Meinem Blick kam die Wärme abhanden.
Die Gefühle - sie starben mit dir.
Treib im Meer, doch vermag nicht zu stranden.
Will ertrinken! Was soll ich noch hier?

An dem Ufer in schwindender Ferne
liegt das Glück, das wir lebten, im Sand.
Alle Spuren verwischt. Ach, wie gerne
hielt ich jenen Moment in der Hand.

Doch im Wechsel der steten Gezeiten
frass die Welle die Takte der Uhr.
Und nun treib ich inmitten von Leuten,
die mir gleich sind. Sind Sterbliche nur.

Ich will raus aus dem Strom dieser Enge.
Such das Glück, das die Welle verschlang.
Da vernehme ich himmlische Klänge,
dass ein Funken ins Herze mir sprang.

Denn ein Engel, im Wesen dir ähnlich,
sang so lieblich, dass Hoffnung mich griff.
Und der Schmerz gab sich plötzlich versöhnlich.
Und ich stieg in das göttliche Schiff ....


(c) Bettina Lichtner