Sonntag, 23. August 2015

Worte von Pfarrer Robert Steiner




"Was Gott tut, das ist wohlgetan." Das will uns oft durchaus nicht einleuchten. Wir träumen von Glück und Wohlergehen, wir schmieden unsre Pläne und spinnen unsre Hoffnungen aus. Aber Gott führt uns ganz andere Wege, als wir sie zu gehen gedachten. Er zerschlägt uns die gewohnten Sicherungen unserer Existenz und führt uns aus der Fülle und Behaglichkeit eines geordneten Lebens in die Wüste eines ungeborgenen und notvollen Daseins, in der unsere Seele vergebens nach Erquickung schmachtet. Denn alle Labsal, die sich ihr in der Öde dieser Welt anbietet, schmeckt bitter und kann ihren Durst nicht stillen, der nach dem Brunnen verlangt, aus dem das Wasser des Lebens quillt. Aber sollten wir darum selbst uns verbittern lassen und wider Gott murren, der uns in diese Not geführt hat? Wir würden uns damit nur um den Segen bringen, den Er gerade in solche Schicksale hineingelegt hat.

Luther sagt es uns: "Deshalb verhängt Gott soviel Not, Leiden, Anfechtung und den Tod über uns, weil Er uns dadurch kräftig stoßen will, zu Ihm zu laufen, zu schreien und Seinen heiligen Namen auszurufen. Denn dadurch wird der Mensch gewahr und erfährt 's, was Gottes Name eigentlich ist, und wie Er Macht hat, allen, die ihn anrufen, zu helfen."

Diese Macht Seiner Hilfe ist auch für uns bereit. In allem, was uns fehlt und gebricht, lässt Er es auch uns erfahren: "Ich bin der Herr, dein Arzt." Von Krankheiten bleiben wir nicht verschont. Bedenken wir auch, dass sie vom Herrn kommen, um uns zu versuchen? Er ist der Arzt, der uns zerreißt; Er wird uns auch heilen. Hat Er uns geschlagen, so wird er uns auch verbinden. Er vermag auch die Bitternis des Leidens zu versüßen und unser Herz durch den Trost Seines Wortes zu erquicken. Ja, Er führt, die in Demut und Gehorsam Seiner Hand sich anvertrauen, fest und sicher durch die Wüste dieser Welt hindurch und leitet sie zu den lebendigen Wasserbrunnen, an denen alles Dürsten der Seele seine Stillung und all ihr Sehnen seine Erfüllung findet."



(Robert Steiner)