Der Tod ist ein glorreiches Ereignis für den,
der zu Jesu geht.
(c) David Livingstone (1813-1873)
Die Liebe war ein zarter dünner Faden,
als unsere Herzen sich einst fanden.
Der Lauf der Zeit wob in diesen Faden
Lachen und Weinen,
laue Sommernächte und stürmische Herbstböen,
frühlingsleichtes Herzbeben und winterharte Fröste,
Talfahrten und Höhenflüge,
Leises und Lautes.
All das hielt der Faden aus
und wuchs zu einem starken Seil.
Dann schwang der Tod seine Sense
und suchte, das Seil zu trennen.
Doch es misslang ihm,
denn auf Erden hielt meine Hand das eine Ende fest,
und im Himmel hielt die deine das andere.
Immer und immer sind wir verbunden
durch dieses starke Seil der Liebe.
Die Energie zwischen uns
hört nicht auf zu sein.
(c) Bettina Lichtner
Nun ist's soweit. Hinfort mit allen Fesseln!
Es sehnt die Seele sich nach Freiheit.
Der Tod schält mich aus dem Kokon.
Hinaus aus dem dunklen Verließ,
das Licht des Tunnels endlich erreicht.
Dem atemlosen Hamsterrad entsprungen,
empfängt mich die absolute Liebe!
Ich trinke von der himmlischen Freude,
sehe mich satt am Wolkenweiß und Sonnengold,
richte meine neue Wohnstatt auf Sternenstaub.
Wundersame Wandlung
einer Marionette zum Engel.
Auf dem Regenbogen sitzen
und auf graue Welten schauen.
Gestern noch einer von ihnen,
gezwängt in Zeit und Raum,
kämpfend in tosenden Fluten.
Könntet ihr sehen den ewigen Frieden,
ihr tauschtet eure Tränen
gegen Freude und Hoffnung.
(c) Bettina Lichtner
Endlich, endlich bist du da, mein Freund.
Nun findet alles seinen Frieden.
Es flieht der Schmerz aus kranken Gliedern,
die Zeit entfleucht den müden Knochen,
der Atem steht mir still.
Du ziehst die Kleider mir vom Leibe,
und nimmst mein Hab mir und mein Gut ---
das Angehäufte bleibt den Nächsten.
Erinnerung werd' ich nun werden,
werd' auf den Zungen weiterleben,
werd' weiter durch Gedanken reisen,
bei ihnen bleiben, bis sie mir folgen,
wie ich nun folge den Vermissten,
die vor mir deine Hand ergriffen.
Ein Folgen ist's und ein Verfolgen.
Wer könnt' sich dir entziehen?
Du klopfst und tust dir selber auf.
Ich bin nicht mehr, bin nun verschwunden,
und freudig tanzt die Seele
zu den Sternen ....
(c) Bettina Lichtner