O, diese Rose stirbt !
Zu schön ---- o weh !
Zu kostbar für den Acheron !
© Friedrich von Schiller (1759-1805), aus "Semele" (gedichtet 1784)
O, diese Rose stirbt !
Zu schön ---- o weh !
Zu kostbar für den Acheron !
© Friedrich von Schiller (1759-1805), aus "Semele" (gedichtet 1784)
Ach Gott, hilf mir erwerben,
christlich zu leben und selig zu sterben!
Christlich gelebt und selig gestorben,
ist ja genugsam auf Erden erworben.
(Spruch an einem Hause in Ried, 1769)
Der Himmel hängt voll Wolken schwer,
ich seh das blaue Zelt kaum mehr.
Doch über Wolken - hell und klar -
nehm' ich ein freundlich' Auge wahr.
Es tobt der Sturm mit wilder Macht.
Sie wird so dunkel oft, die Nacht;
doch wenn auch meine Seele bebt,
sie weiß, dass dort ihr Heiland lebt.
Sie zöge gar zu gern hinaus
ins große, weite Vaterhaus,
doch hält in Gottes Kraft sie still,
bis er, bis er sie lösen will.
Die Erd' ist mir ein morsches Boot,
das unter mir zu sinken droht.
Ich steh nach oben hingewandt,
mit einem Fuß auf seinem Rand.
Gebeutst du, Herr, mit einem Blick,
so schleudr' ich's hinter mir zurück,
und schwinge mich an deiner Hand
hinauf, hinauf und jauchze: Land !
Ich ginge gern, so gern zu dir!
Doch wenn du mich noch länger hier
in Sturm und dunklen Nächten lässt,
so halt' du meine Seele fest:
Dass sie, in Sturm und Nächten treu,
zu deiner Ehre wacker sei,
bis du mir rufst: "Nun ist's mir recht,
nun kannst du kommen, frommer Knecht."
© Heinrich Möwer (1793-1834)
Wenn das Leben eine Freude ist, so darf uns auch der Tod nicht mißfallen, da er aus der Hand desselben Meisters kommt.
© Michelangelo (1475-1564)
Du kamst und gingst mit leiser Spur,
ein flücht'ger Gruß im Erdenland.
Woher? Wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand, in Gottes Hand.
© Johann Ludwig Uhland (1787-1862)
Klein ist, mein Kind, dein erster Schritt,
klein wird dein letzter sein.
Den ersten gehn Vater und Mutter mit,
den letzten gehst du allein.
Sei's um ein Jahr, dann gehst du, Kind,
viel Schritte unbewacht.
Wer weiß, was das dann für Schritte sind
im Licht und in der Nacht?
Geh kühnen Schritt, tu tapfren Tritt.
Groß ist die Welt und dein.
Wir werden, mein Kind, nach dem letzten Schritt
wieder beisammen sein.
© Albrecht Goes (1908-2000)